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Aug

2012

TEICHÜBERQUERUNG & NEPTUNFEST

Trotz ungleicher Rivalen viel Gaudi auf dem Teich

Von Mario Heinke (SZ vom 27.08.2012)

Die Premiere der Weinauteich-Überquerung begeisterte Hunderte Zuschauer. Neue Regeln sollen im nächsten Jahr für gleiche Chancen sorgen.


Sonnabend, es ist elf Uhr. Während Senioren-Sportler aus allen Teilen Europas zum Stadion hasten, bevölkern Hunderte Schaulustige die Ufer des Weinauteiches. Die erste Teichüberquerung (in der Neuzeit), da wollte jeder dabei sein. Sechs Starter hatten sich bei der Akkreditierungsstelle am Steg gemeldet. Moderator René Bowitz erklärte den Zuschauern, dass es eigentlich nicht darum gehe, den Teich zu überqueren, sondern eine Runde um die Insel zu schippern. Erst wenn ein Teilnehmer den Rettungsring am Steg berührt, würde die Zeit angehalten.

Erster Lauf. Team „Robin-Hood-Academy“ verzichtet völlig auf Paddel. Sebastian Rex und Nils Schätzle von den Bogenschützen gehen mit einer schwimmenden Zielscheibe an den Start. Angetrieben wird deren Mobil durch die Beinmuskulatur der Schützen. Die Flossen an den Füßen erweisen sich im Rennen als eine Art Turbo. Ein Surfbrett vom Sperrmüll, ein Besenstiel, zwei Sitze und jede Menge Werbeartikel – das sind die Bestandteile des Wasserfahrzeuges der „Marienapotheke“. Werner Hübner, der das Boot gebaut hat, lässt die einzige Frau im Teilnehmerfeld, die Pharmazeutin Mandy Kießling, paddeln. Der Moderator mutmaßt in dem Fahrzeug eine schwimmende Apotheke. Der aufkeimende Dopingverdacht kann jedoch nicht erhärtet werden, denn außer einem warmen Bier soll Werner Hübner keine leistungssteigernden Mittel zu sich genommen haben, hieß es aus Kreisen sachkundiger Zuschauer. Team „Marienapotheke“ bleibt jedoch chancenlos gegen die kraftstrotzenden Bogenschützen. Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen Schönheitspreis. Das Schlauchboot von Tillmann Hanisch und Tom Witschel, die in dunklen Müllsäcken mit grünen Kreuzen im zweiten Lauf starten, trägt den Namen „Teichkind“ und fährt gegen Jason Wauer – den „Knastbruder“. Mit elfeinhalb Jahren der jüngste Teilnehmer. So jung und schon verurteilt, mag mancher Zuschauer gedacht haben. Jason leidet offenbar an einem Zellenkoller und fährt lange Zeit nur im Kreis, ohne auch nur einen Meter vorwärtszukommen. Als das Paddel des Häftlings bricht, eilt die schwimmende Apotheke zu Hilfe und übergibt das eigene. Der „schwimmende Schrebergarten“ des Weinauvereins mit Kapitän Bernd Honisch bewegt sich kaum schneller und verliert haushoch gegen das „Krokodilboot“ der Hillerschen Villa mit Hartmut Hohlfeld und Jörg Rosemann, die auch den Endlauf für sich entschieden.

Somit gewannen die Krokodilbootfahrer den hölzernen Wanderpokal. Die anderen Teams mussten sich mit diversen Trostpreisen zufriedengeben. Im nächsten Jahr will Vereinschef Dirk Bühler deshalb keine umbauten Boote oder Kanus mehr zulassen. Nur selbst gebaute Wasserfahrzeuge sollen dann noch starten dürfen, so wie die Zielscheibe, der Schrebergarten und das umgebaute Surfbrett der „Marienapotheke“.

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1. Mai 2012 - WEINAU AKTIV - Impressionen

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Wir sagen Danke! Allen am Einsatz Beteiligten, die dem schlechten Wetter trotzten.

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2012

1. Eislaufwochenende 2012 in der Weinau

Weinau on Ice

 

Winterwetter wie aus dem Bilderbuch: zweistellige Minusgrade und strahlender Sonnenschein. Bessere Bedingungen für das Eislaufen konnten sich die Organisatoren gar nicht wünschen. Seit Jahrzehnten ist das Eislaufen auf dem Weinauteich nicht mehr möglich gewesen. Rund Tausend Besucher ließen sich laut Veranstalter Angaben am Wochenende in die Weinau locken. Drei Stunden benötigten sechs Mitglieder des Weinauvereins am Sonnabendvormittag, um die Eisfläche klar zu machen. Eine Probebohrung ergab eine Eisdecke von 25 cm, mehr als ausreichend. Um 14 Uhr ging es dann los, die ersten Läufer drehten zaghaft ihre Runden. Eine Stunde später herrschte schon reges Treiben auf dem Eis. Auch am Rande der Eisfläche fanden sich immer mehr Menschen ein, die den Aktiven zuschauten, einen Glühwein tranken oder mit den Füßen im Takt der Musik wippten. Bei dem einen oder anderen der älteren Besucher kamen Erinnerungen an die Kindheit auf. Damals gingen die Kinder aufs Eis, ohne jemanden zu fragen. Bis 22 Uhr wechselten die Eisläufer im Stundentakt. Feuerkörbe und eine Leuchtsäule zauberten eine stimmungsvolle Atmosphäre in die abendliche Parkanlage. Die letzten Besucher halfen dann freiwillig mit, die Eisfläche für den nächsten Tag vom Schnee zu befreien. Am Sonntag gab es dann kein Halten mehr: hunderte Kinder mit ihren Eltern zum „Familieneislaufen“. Bereits am frühen Nachmittag gingen die Bratwürste aus, Nachschub kam umgehend. Aprés-Ski-Partystimmung machte sich breit um den fischlosen Teich. Vereinsvorsitzender Dirk Bühler nippt zufrieden am Glühweinbecher. „Das wird nicht das letzte Eislaufen in der Weinau gewesen sein, das ist schon mal klar“, zwinkert Bühler vielsagend.

 

Sächsiche Zeitung, 13.02.2012