Winter-Linde

Tilia cordata

Herkunft/ Verbreitung:

Die Winter-Linde ist ein einheimischer Laubbaum, aus der Familie der Lindengewächse. Sie ist in der Oberlausitz weit verbreitet und ein typischer Vertreter der heimischen Laubmischwälder. In Linden-Hainbuchen-Eichenwäldern stellt sie eine der Hauptbaumarten dar. Sie wurde aber auch sehr häufig angepflanzt und kommt damit weit verbreitet in unserer Region vor.

 

Merkmale:

Linden sind relativ einfach an ihren annähernd herzförmigen Blättern zu erkennen. Die sichere Unterscheidung von Winter- und Sommer-Linde bedarf jedoch einer genaueren Prüfung der Blätter. Die Blattunterseite der Winter-Lindenblätter besitzen kleine braune Haarbüschel in den Winkeln der Haupt- und Seitennerven, während auf der Blattunterseite der Sommer-Linde eine flaumige weiße Behaarung vorhanden ist. Besonders dicht sind die Blattnerven behaart. Die Blattoberseite der Winter-Linde ist kahl, dem entgegen ist die Blattoberseite der Sommer-Linde weich behaart. Der Blütenstand der Winterlinde umfasst 4-12 Blüten in einer hängenden Rispe, der von Juni bis Juli zu beobachten ist. Aus den Blüten entwickeln sich die ca. 6mm großen, kugligen und kahlen Kapselfrüchte. Winter-Linden können ein Maximalalter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Ihre Wuchshöhe beträgt bis zu 30m.

 

Nutzung:

Schon die antiken Römer und Griechen nutzten die Winter-Linde als Schattenspender und pflanzten sie gezielt an. Auch heute wird die Winter-Linde noch sehr häufig als Straßen- und Parkbaum gepflanzt. Der hohe Zuckergehalt des Nektars ist in der Imkerei sehr geschätzt und wird zur Gewinnung des Lindenblütenhonigs genutzt. Das Lindenholz findet eine vielseitige Verwendung in der Bildhauerei, Schnitzerei oder auch Drechslerei. Im Mittelalter galt das Lindenholz als heiliges Holz und wurde oft zur Herstellung von Schreinen oder Altären genutzt. Die ätherischen Öle der Blüten finden in der Medizin als schleimlösende Mittel Verwendung.

 

Wissenswertes:

Neben der Bedeutung als Nektarquelle für blütenbesuchende Insekten, stellt die Winter-Linde auch für eine Vielzahl weiterer Tiere einen wertvollen Lebensraum dar. Alte Linden sind oft reich an Baumhöhlen, die von einer Vielzahl an Tieren, wie u.a. Fledermäusen oder auch diversen Vogelarten bewohnt werden. In der Oberlausitz wurden viele Fluren und Orte nach Linden benannt. U.a. Lindenau bei Ortrand oder auch Linda bei Rietschen verdanken ihren Namen den Linden. Winter- und Sommer-Linde können einen Hybriden ausbilden, der als Holländische Linde bekannt ist. Diese Form ist jedoch schwer von den ursprünglichen Arten zu unterscheiden.

 

Standort


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