Weymouth-Kiefer

Pinus strobus

Herkunft/ Verbreitung:

Bei der Weymouth-Kiefer (auch Weymouthskiefer oder Strobe genannt) handelt es sich um eine nichtheimische Nadelbaumart. Ihre ursprüngliche Heimat liegt im Osten Kanadas und den Vereinigten Staaten. Dort bildet sie auf kalkfreien Standorten, mit anderen Nadelbaumarten und Laubbäumen, Mischwälder. Ab dem 18.Jahrhundert wurde die Kiefer verstärkt nach Europa importiert und hauptsächlich als Forstbaum kultiviert. In der Oberlausitz ist sie in wenigen Waldgebieten vertreten, oder wurde oft als Einzelbaum gepflanzt.

 

Merkmale:

Die Weymouths-Kiefer hat einen geraden schlanken Wuchs. Die Krone des Baums erscheint bläulich grün. Sehr markant sind die bis zu 12cm langen blaugrünen Nadeln, die in Fünfergruppen beisammenstehen. Sie sind dünn und biegsam. Die Blüte der Weymouth-Kiefer kann von Mai bis Juni beobachtet werden. Die männlichen Blüten sind oval und bis zu 1cm lang. Sie sitzen manschettenartig an den einjährigen Spitzentrieben der Pflanze. Die weiblichen Blüten sind schmal zylindrisch und wachsen in Gruppen von zwei bis vier Zapfen. Sie sind meist auf älteren Ästen in der Krone zu finden. An den Früchten der Kiefer sind oft weiße Harztropfen zu finden. Die in der Jugend glatte dunkelgraue Rinde wird mit dem Alter zunehmend gleichmäßig längsrissig. Der immergrüne Baum kann bis zu 35m hoch wachsen. In seiner Heimat sind aber auch Höhen von über 70m möglich. Sie kann ein Alter von bis zu 500 Jahren erreichen.

 

Nutzung:

Sie wurde in Europa vorrangig als rasch wachsender Forstbaum angepflanzt. Ihr Holz fand bei der Papierindustrie Verwendung, da die heimischen Pappelbestände nicht mehr ausreichten, um den hohen Bedarf zu decken. In ihrer ursprünglichen Heimat wurde sie durch die Briten, zur Zeit der Kolonisierung Nordamerikas, für den Schiffbau erschlossen. Vor allem besonders gerade gewachsene Stämme wurden als Schiffsmasten genutzt. Weiterhin diente das Holz oft als Baumaterial für Gebäude und wurde zur Möbel- und Spielzeugherstellung verarbeitet. Im Rahmen der Wiederaufforstung von stark beeinträchtigten Tagebauflächen findet die Weymouth-Kiefer ebenfalls Verwendung. In den USA und Kanada wird sie als Weihnachtsbaum verwendet. Spezielle Zuchtformen werden gärtnerisch kultiviert bzw. in Siedlungsbereichen als Ziergehölze gepflanzt.

 

Wissenswertes:

Im Jahr 1605 wurde durch den gleichnamigen Schriftsteller und Entdecker George Weymouth die Art nach Europa gebracht. Er stand jedoch nicht Pate für den deutschen Namen der Kiefer. Die Weymouth-Kiefer verdankt ihren deutschen Namen Lord Weymouth, der den Baum im 18. Jahrhundert in Europa endgültig als Forstbaum etablierte.

 

Standort


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