Gewöhnliche Robinie

Robinia pseudoacacia

Herkunft/ Verbreitung:

Die Gewöhnliche Robinie ist ein Schmetterlingsblütengewächs. Ihre ursprüngliche Heimat liegt an der Ostküste Nordamerikas, im Gebiet der Appalachen. Die ersten Robinien wurden im frühen 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt. Aufgrund ihrer attraktiven Blüte und einer exotischen Wirkung wurde sie zunächst in Parks angepflanzt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde erkannt, dass die Robinie auch sehr arme Böden besiedeln konnte. Man verband mit ihrem Anbau die Hoffnung, der damaligen Holznot begegnen zu können. Im Zuge dieser gezielten Aufforstung konnte sich die Robinie vor allem in Sandgebieten recht schnell etablieren. Über Wurzelausläufer und bis zu 30 Jahre keimfähige Samen kann sie sich sehr gut als Pionierart ausbreiten. So sind zum Beispiel auf den Abraumhalden der regionalen Tagbaue recht schnell Robinienvorwälder entstanden, die heimische Pionierarten, wie Gewöhnliche Birke oder Zitter-Pappel verdrängen.

 

Merkmale:

Die Gewöhnliche Robinie kann zu jeder Jahreszeit recht gut bestimmt werden. Altbäume besitzen eine tiefrissige, gewundene Rinde. Besonders die Schösslinge des Baumes sind bewehrt mit einer Vielzahl an Dornen, die bis zu 3cm lang werden können. Während der Blütezeit von Mai bis Juni sind die traubigen weißen Blütenstände unübersehbar. Sie verströmen einen angenehmen Geruch und bieten blütenbesuchenden Insekten reichlich Nektar. Die gefiederten Laubblätter erinnern an die Gewöhnliche Esche. Die neun bis neunzehn Einzelblättchen sind jedoch deutlich eiförmig. Im September sind die 5-10cm langen abgeflachten Hülsen ausgereift und enthalten 4-12 Samen. Die Gewöhnliche Robinie kann eine Wuchshöhe von bis zu 25m und ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen.

 

Nutzung:

Die Gewöhnliche Robinie bietet umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten. Das widerstandsfähige Holz ist biegsam, fest und äußerst hart und findet daher breite Verwendung u.a. im Schiff- und Modellbau oder bei Geräten auf Spielplätzen. Im Bergbau wurde das Holz zum Abstützen der Stollen verwendet. Eine große Bedeutung hat die Robinie aufgrund ihrer nektarreichen Blüte als Bienenweide. Der Honig wird unter der Bezeichnung "Akazienhonig" verkauft. Als Allee- und Stadtbaum ist die Robinie heute kaum noch aus dem Siedlungsbild wegzudenken. Ihre Unempfindlichkeit gegenüber Rauch, Staub oder Streusalz macht sie zu einer idealen Zierpflanze in Siedlungsgebieten.

 

Wissenswertes:

Die gesamte Pflanze gilt als stark giftig. Verschiedene pflanzliche Wirkstoffe wie u.a. Robin oder Phasin können gewebezerstörend wirken. Bei der der Aufnahme von Pflanzenteilen kann es u.a. innerhalb weniger Stunden zu Erbrechen, Schlafsucht oder krampfhaften Zuckungen, im schlimmsten Fall beim Genuss der Samen, zum Tode führen. Mithilfe sogenannter Knöllchenbakterien, mit denen sie in Symbiose lebt, kann sie Luftstickstoff fixieren. Dadurch hat sie entscheidende Konkurrenzvorteile auf nährstoffarmen Böden. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist dies sehr problematisch, da sie mit diesen Wachstumsvorteilen in wertvolle magere Biotope eindringen und zu einer massiven Verdrängung der dort lebenden Arten führen kann. Aus diesem Grund sollten Robinien nicht mehr in der Nähe von wertvollen Biotopen gepflanzt werden. Sie gilt als invasiver Neophyt.

 

Standort


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