Flatter-Ulme

Ulmus laevis

Herkunft/ Verbreitung:

Die heimische Flatter-Ulme ist ein Baum edelholzreicher Laub- und Uferwälder und ist vor allem gewässerbegleitend zu finden. In der Oberlausitz kommt sie zerstreut im Tief- und Hügelland vor. Rüster, Rusten oder Effe stellen volkstümliche Namen für Ulmen dar.

 

Merkmale:

Eines der markantesten Merkmale generell bei Ulmen sind deren asymmetrischen Laubblätter, die am Grund teilweise deutlich versetzt sind. Das Laubblatt der Flatter-Ulme ist außerdem weich und auf der Unterseite graugrün behaart. Die unscheinbaren, gebüschelten Blüten sind zwittrig und erscheinen von März bis April. Ab Mai trägt die Flatter-Ulme die Früchte. Im Vergleich zu den anderen heimischen Ulmenarten, Berg- und Feld-Ulme, sind die flachen, münzähnlichen, bis zu 3,5cm großen Früchte an den Rändern deutlich silbrig bewimpert. Ein weiteres sicheres Erkennungsmerkmal der Flatter-Ulme sind die sogenannten Brettwurzeln. Bei einheimischen Baumarten sind solche Wurzeln eine Seltenheit und sonst nur aus den Tropen bekannt. Sie verleihen Bäumen eine höhere Standfestigkeit. Die Flatter-Ulme kann eine Höhe von bis zu 35m und ein Alter von bis 250 Jahren erreichen.

 

Nutzung:

Das Holz der Ulmen wird "Rüster" genannt. Es ist zäh, sehr stoß- und druckfest und kann gut bearbeitet werden. Das wertvolle Holz wird u.a. zu Furnieren, Möbeln, Parkett oder Täfelungen weiter verarbeitet. Früher wurden auch Langbögen, Felgen, Räder oder Speichen aus dem Holz gefertigt. Aufgrund der Seltenheit von Ulmen spielen sie heutzutage wirtschaftlich aber kaum noch eine Rolle.

 

Wissenswertes:

Das Ulmensterben hat vor allem unter den Berg- und Feld-Ulmen zu hohen Verlusten geführt. Die Flatter-Ulme ist vom Ulmensterben weniger betroffen. Die Krankheit wird durch einen Schlauchpilz verursacht. Dieser Pilz wird durch den Ulmensplintkäfer übertragen, der die Rinde der Bäume besiedelt und dabei die Rinde anbohrt. Beim Einbohren in den Baum überträgt er den Schlauchpilz ins Innere des Baumes. Befallene Bäume sind am plötzlichen Welken der Krone zu erkennen. Die Blätter verfärben sich und vertrocknen schließlich. Sie bleiben dennoch oft an den Zweigen hängen und gelten im Winter als eindeutiges Indiz für die Krankheit. Je nach Alter des befallenen Baumes kann sich die Krankheit von wenigen Monaten bis über mehrere Jahre hinziehen, die in der Regel mit dem Tod der Ulme endet. Eine Möglichkeit zur Bekämpfung des Ulmensterbens liegt in der Vernichtung der Ulmensplintkäfer. Erzwespen, sowie die Raubwanzen gelten als natürliche Feinde des Käfers und werden durch chemische Lockstoffe der Ulmen angelockt, wenn diese befallen werden. Weitere Möglichkeiten der Gefahrenabwehr bestehen im Einsatz eines Bakteriums, das pilzabwehrende Stoffe produziert oder auch der gezielten Züchtung von resistenten Ulmenarten.

 

Standort


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